Theaterpädagogisch Arbeiten heisst für mich an der Schnittstelle von Kunst und Kultur zu vermitteln und hat für mich mit Bewegung zu tun: Etwas ins Rollen bringen und suchen, wohin es führt. Vermitteln ist eine runde Sache – etwas umdrehen, anstossen, etwas einschlagen, ankratzen, zuwerfen, auffangen, abrunden, halten – mithalten, sich verhalten.
Ich möchte in meinem Tun herausfordern, irritieren, mich verlieren, suchen und finden. Diese Gefühle, die in mir toben und die ich auslöse, teilen. Mitteilen. Vermitteln.
Vermittlung heisst für mich, dass lustvoll Sinne und Wahrnehmungen geschult und neue Wege ausprobiert werden. Ich möchte kreativ sein und mich und andere herausfordern. Als Vermittlerin nehme ich eine Innen- und Aussenperspektive ein. Beide Blickrichtungen sind wichtig und zentral. Ich möchte einen Raum bieten, wo kritisch hinterfragt und an Werten und Vorstellungen gerüttelt werden kann. Ich möchte einen Raum schaffen, wo «neu», anders und ungewohnt unbequem gedacht werden darf.
In meiner Arbeit stelle ich die Suche ins Zentrum und versuche, etwas ins Rollen zu bringen ohne zu wissen, wohin es führt. Vermitteln heisst schwimmen lernen und aufzeigen, dass auch scheitern und das Gefühl von «Fremd sein» dazugehört, aushaltbar und teilbar ist.
Nebst meiner Arbeit als Dozentin an der PHSG, biete ich als Theaterschaffende Weiterbildungen in den Bereichen "Auftreten, Kommunizieren sowie Organisations- und Teamentwicklung" performativ gerahmte Weiterbildungen für Teams und Organisationseinheiten an und bin als Theaterschaffende mit eigenen Theaterprojekten oder vermittelnd in Schulen, Institutionen und Laientheatergruppen unterwegs.
Ich biete eine Unterstützung und Begleitung im Andenken, Inszenieren und Umsetzen von Theaterprojekten im Schulalltag. Diese Unterstützung wird direkt an mich gestellt oder über die Fachstelle Theater der pädagogischen Hochschule St.Gallen vermittelt, welche Theater als Bereich der Kommunikation und der ästhetischen Bildung in der Lehre der PHSG, der Lehrer- und Lehrerinnenweiterbildung sowie in der Volksschule des Kantons St.Gallen fördert – sei es bei der Stückauswahl, beim Inszenieren von eigenen Theaterprojekten oder bei der Anleitung des Theaterspiels mit Jugendlichen und Kindern. Ich habe Erfahrung im Inszenieren von bestehenden Stücken als auch mit eigenen Theaterprojekten – so zum Beispiel mit Improvisationstheatern oder Theatercollagen zu einem bestimmten Thema.
Als Theaterpädagogin trete ich zu anderen in Beziehung. Wir reagieren aufeinander. Ganz grundsätzlich re- und interagieren wir mit unserem Umfeld, seien es Menschen, Institutionen, die Natur, Orte und Begebenheiten. Ich versuche in meiner Arbeit an dieser Schnittstelle anzusetzen, Themen zu suchen, die uns umtreiben, an denen wir uns reiben, die wir geniessen oder verändern möchten. Mein Ziel ist es, die Menschen in Bewegung zu bringen.
Master of Arts Theater, Praxisfeld Theaterpädagogik, Zürcher Hochschule der Künste
Master of Arts Sonderpädagogik, Hochschule für Heilpädagogik, Zürich
Bachelor of Arts Primarstufe, PHSG Rorschach
Ausgehend von alten Sagen und Märchen aus der Region Uzwil und Umgebung und dem Gedicht "Glück" von Hermann Hesse, haben die kleinen und grossen Spieler:innen das Stück "an Hundstagen Glück" durch szenische Improvisationen zusammen entwickelt und umgesetzt. Entstanden ist ein Stück über das Suchen und Finden des Glücks.
Ausgehend von diesem Bild ist das Audioessay Mauersegler entstanden. Verschiedene alltägliche Sounds wie das Anfahren eines Zuges, das Plätschern von Wasser in einem Schacht und das Zwitschern von Vögeln an einem sonnigen Morgen wurden entschleunigt und in eine Komposition zum Text gesetzt.
Sich Gedanken machen über Vermittlung. Was bedeutet es, wenn ich im künstlerischen Bereich vermittle? Was macht mich als Theaterpädagogin aus?
Ich wohne in Stein. Diese Perle im Appenzellerland ist ein Universum von Geräuschen, Klängen und kleinen Soundperlen. Dieses Video ist ein Versuch, einige Facetten einzufangen und weiter zu geben. Genau hin – hören, zu – hören und da – heim –sein.
die olchis zeigen ihren schrottplatz
Theaterpädagogisches Projekt der Unterstufe Gais zum Thema Abfall. Mehr erfahren: www.kklick.ch